20. April 2009 | |
posted in Chilies
Rrrrrrrrrrrr… Hübsche Mädels in kurzen Röcken.
Damen leicht bekleidet..
Hautenge Klamotten..
…
Wer jetzt wohl an die ganzen netten Mädels gedacht hat wird nun bitter enttäuscht. Es geht um Chilies. Scharfe Dinger.. Rrrrrrrrrrrrrrrr… Hust..
Eins meiner Hobbies: ich esse gerne scharf. Wo andere Leute jammern, fange ich erst an..
Habe mich entschlossen dieses Jahr mal wieder Chilies an zubauen. Hatte das vor etwa acht Jahren schon einmal gemacht, aber die Pflanzen litten unter meinen zwei Katzen und haben nicht allzu lang gelebt, eine spärliche Ernte war alles..
Grössere Wohnung, viel über Katzen gelernt = neuer Versuch.
Habe acht verschiedene Sorten angepflanzt (wieder die acht..) und mache hin und wieder mal Fotos um den Stand der Dinge zu zeigen. Fotos findet man hier.
Immer wieder werde ich gefragt, warum ich so scharf esse, man würde ja nichts mehr schmecken. Oder man hört, die Geschmacksnerven würden darunter leiden..
Um mit den Vorurteilen aufzuräumen: NICHTS STIMMT!
Capsaicin nennt sich der Wirkstoff, der die Chilies scharf macht. Zu finden in diversen Cremes und Pflaster (Wärmecremes, ABC-Pflaster) oder gar in Pfeffersprays. Ziemlich heftig das Zeug. Stimmt.
Also warum sollte man sich die “Schärfe” und die “Qualen” antun? Des Geschmackes Willen..
Geschmack? Oh ja. Auch scharfe Chilies schmecken. Das Problem dabei, man muss die Schärfe gewöhnt sein, ansonsten tut es nur weh. Als Beispiel möchte ich die Habanero erwähnen. Gehört zu den schärfsten Schoten, der Scoville-Wert (Maßeinheit für Schärfe) liegt bei etwa 200.000 – 300.000 Scoville. Toppen kann das nur noch die Red Savina oder aktuell die Bhut Jolokia 1.000.000 Scoville. Letztere steht im Guinnes- Buch der Rekorde als schärfste Schote der Welt. Ein Polizei-Pfeffer-Spray liegt bei 2.000.000 Scoville..
Heftig.. Aber warum sollte man sich das antun? Der Geschmack. Um wieder die Habanero einzubringen, diese schmeckt sehr intensiv fruchtig, ein wenig nach Paprika, aber das Aroma ist derart intensiv, dass nur ein kleines Stück (1 x 1 mm) vollkommen reicht um einen Topf mit einem Liter Flüssigkeit ein ungekanntes Aroma zu verleihen und extrem zu schärfen. Extrem scharfe Chilies haben zum Teil ein derart intensives Aroma, das man erst schmecken kann, wenn man die Schärfe verträgt. Aber all die Leiden werden mit außergewöhnlichen Aromen entschädigt.
Capsaicin wird, wie oben schon erwähnt, für viele medizinische Zwecke verwendet. Wärmecremes/Pflaster, Pfeffersprays, etc.. Es regt den Stoffwechsel an, hat mehr Vitamin C als Zitronen und härtet den Magen ab. Was will man mehr..
An dieser Stelle muss ich dann wohl ein Lob an Semillas.de aussprechen. Habe dort meine Samen bestellt (10 Sorten), die Gujaillo wollten einfach nicht keimen, und habe sie deswegen angeschrieben. Mir wurde unaufgefordert eine neue Packung mit 10 Samen zugeschickt und man ist freundlich aber bestimmt auf mein Problem eingegangen. So stelle ich mir Kundenservice vor, aber zum Thema Kundenservice kommt die Tage ein eigener Artikel.
Zurück zum Thema. Jeder kennt die Jalapeno. Gefüllt mit Cheese als Poppers, als kleine Ringe im scharfen Burger oder in den Fajitas beim Mexikaner um die Ecke. Chilies trifft man häufiger als man denkt. Kein Wunder, denn es gibt mehr als 400 verschiedene Sorten.
Desserts mit “scharf” sind immer mehr am kommen. Meiner Meinung nach eine sehr gute Kombination, wie Schokolade mit Chili. Leider halten die meisten Anbieter nicht was sie versprechen: die Chili schmeckt man nicht, die Schärfe nicht da. Da kann ich z.B. Leysieffer empfehlen. Dort findet man Weiße, Vollmilch oder herbe Schokolade mit Chilies und diese werden dem wirklich gerecht. Ich musste mir von einem Freund anhören, was ich für ein A… ich bin, weil sie so scharf war..
Kleiner Tipp wems zu scharf wird: kein Wasser trinken, sondern Milch, am besten mit 3,5% Fett. Capsaicin ist fettlöslich, d.h. mit fetten Nahrungsmitteln (Youghurt, Käse, Milch etc.) kann man der Schärfe beikommen. Wasser macht es nur schlimmer..
Also viel Spaß beim Essen..
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