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Djing oder Soundprogramming?

Juli 9th, 2011 Posted in Musik

In letzter Zeit beschäftige ich mich ausgiebig mit dem Thema Djing. Nutze Traktor Pro 2, zwei Kontrol X1, auf meine Bedürfnisse angepasst, eine APC 40 als Mixer und die Audio 2 Dj als Soundkarte.

Seit Ende letzten Jahres habe ich bei www.globalbeats.fm meine eigene Radio-Show, d.h. einmal die Woche einen Einstunden-Mix zu machen. So weit, so gut.

Traktor macht mächtig Spaß, haufenweise Funktionen, aber alles muss live aufgenommen werden, d.h. wiederum, macht man einen Fehler, alles von vorne oder Fehler lassen..

Diese Woche habe ich bei einem Dj-Contest teilgenommen. Vorgabe waren etwa 50 Tracks, wobei die hälfte sehr chillig war und somit für mich kaum in Betracht kamen. Da ich keinen 0815-Mix abliefern wollte, war es nicht ganz so einfach was vernünftiges auf die Beine zu stellen..
Am Ende habe ich 16 Tracks in 28 Minuten “verbaut” und ich behaupte, es klingt gut und gut gemixt. Zu finden bei hier 15 Stunden Arbeit, ich hoffe, es hat sich gelohnt. Wenn es Euch gefällt, dann votet für mich (einfach auf “favorite” oder das “Herz” klicken).

Zudem lief bei mir im Auto ein Mix von einem Dj, der in 60 Minuten 300 (!) Tracks verbaut hat.. Gehts noch? 300 Tracks in 60 Minuten?

Da kam dann die Frage hoch, wie ist das überhaupt machbar. Ich nutze Traktor, aber damit geht das nicht. 4 Decks, bzw. 4 Sample-Bänke pro Deck sind möglich, aber selbst das reicht eigentlich nicht. Zudem muss man alles live spielen, aber das ist extrem schwierig bei 300 Tracks..

Was ist das Geheimnis? Kann ja nicht sein, oder?

Ableton 8. Punkt.

Ableton. Hm. Auflegen damit ist meiner Meinung nach sehr statisch, alles muss vorbereitet sein. Mal eben einen Track auswählen und abspielen geht meiner Meinung nach nicht so einfach von der Hand. Lasse mich gerne eines besseren belehren, aber für mich ist das nur für die Radioshow zu gebrauchen, im Live-Einsatz wohl eher nicht.

In Ableton hat man die Möglichkeit alles zu automatisieren. Im Prinzip baue ich mir in der Arrangement Ansicht erst mal die Tracks ein, Übergänge kommen später. Passen die Tracks, kann ich einfach an beliebiger Stelle einfach mal starten, Rec-Button drücken und einen Übergang aufnehmen. Dadurch werden alle Bewegungen, bzw. alles was ich mit dem EQ z.b. anstelle aufgezeichnet. Passt es, dann zum nächsten, ansonsten die Automation entweder nachträglich bearbeiten oder neu aufnehmen.. Eigentlich schon ziemlich cool. So kann man dann auch seine 300 Tracks verwenden, denn die Automationen lassen sich für nahezu alle Effekte aufnehmen. So “hangelt” man sich dann durch den Mix, bis man fertig ist..

Die Idee finde ich saugeil, aber hat mit Djing nicht mehr so viel zu tun, sondern geht mehr in das Soundprogramming. Natürlich muss man sein Handwerk verstehen, denn wer nicht auflegen kann, wird es so auch nicht besser machen können..

Interessant ist, dass man einfach per Drag & Drop die Tracks aus Traktor 2 zu Ableton importieren kann. Also Tracks in Traktor auswählen und zusammenstellen und den Rest in Ableton erledigen..

Ich habe das Ganze nun ausprobiert. Meine APC 40 eingerichtet, die Tracks in Traktor zusammengestellt und in Ableton importiert. Nun geht es erstmal los die Tracks zu Warpen und dann dementsprechend in der der Arrangement Ansicht zu arrangieren. Durch die Wellenform, bzw. durch die Möglichkeit extrem reinzuzoomen, kann man die Beats gut matchen. Gesagt getan, nun an die Feinarbeit. Wie schon geschrieben, kann man die Übergänge nun Aufnehmen. Passt er nicht, löscht man die Automation und fängt von vorne an.

Nachteil bei der Geschichte, die Tracks sind zum Teil unterschiedlich laut, d.h. hier muss man schon aufpassen, dass am Ende die Tracks die gleiche Lautstärke haben. Aber ich denke, wenn man das öfter macht, wird das zur Routine..

Im Moment kann/will ich noch kein Statement dazu abgeben, da ich einen Mix damit gemacht habe. Alles in allem hat der Mix deutlich weniger Zeit in Anspruch genommen, aber leider bleibt da auch ein wenig der Spaß auf der Strecke. Aber, wie gesagt, es war das erste Mal, die Routine fehlt.

Stay tuned!

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